Presseaussendung 2023

Bregenzer Frühling 2023 Presseinformation

Tiefgründig, nicht kategorisierbar, visionär, klassisch, laut, fröhlich, lebendig, episch, reflektierend, bewegend, mächtig, jung und frisch: das ist der Bregenzer Frühling 2023.

Die Landeshauptstadt Bregenz lädt mit der kommenden Festivalsaison von März bis Juni 2023 zum 36. Mal in jährlicher Folge zu ihrem hochkarätigen, internationalen Tanzfestival, das in seiner Art im Bodenseeraum für sich steht. Fünf Weltklasse-Compagnien aus Frankreich, Spanien, Deutschland und Großbritannien werden ihr Publikum mit ausdrucksstarken Performances in die vielfältige und atemberaubende Welt des Tanzes entführen. Die allesamt österreichischen Erstaufführungen im Bregenzer Festspielhaus bieten unterschiedliche Bewegungssprachen und Ausdrucksformen sowie Tanzstile und sprechen mit ihren inhaltlichen Darbietungen eine breite Altersklasse an. Abgerundet wird das Hauptprogramm von einer Uraufführung des aktionstheater ensemble im Theater KOSMOS in Bregenz.

Der Kartenvorverkauf startet am 07. November 2022.

Tanzpass

Mit dem Tanzpass sichern Sie sich alle Vorstellungen und 25 % Ermäßigung, erhältlich bis 24.12.2022 um 12:00 Uhr. Schüler:innen erhalten den Tanzpass ab EUR 93,50.

Weitere Informationen auf www.bregenzerfruehling.com

Damien Jalet Belgien // Kohei Nawa Japan // Théâtre National de Bretagne Frankreich
Vessel ÖEA

Samstag, 11. März 2023 // 20:00 Uhr, Festspielhaus Bregenz


Choreografie: Damien Jalet // Kohei Nawa
Szenografie: Kohei Nawa Musik Marihiko Hara // Ryūichi Sakamoto
Licht: Yukiko Yoshimoto
Produktion: 2015
Spieldauer: 60 min

Nominiert bei den Laurence Olivier Awards 2020 als »beste neue Tanzproduktion«: Tiefgründig, beunruhigend und kraftvoll zugleich zeigt sich das faszinierende Werk des belgisch-französischen Choreografen und Tänzers Damien Jalet mit dem japanischen, bildenden Künstler Kohei Nawa. Entstanden ist ein symbiotisches Werk zwischen Skulptur und Choreografie, bei dem es unmöglich wird, das eine vom anderen zu trennen. Die dynamische Verschmelzung zwischen dem Bühnenbild und den Tänzer:innen lässt eine unvergessliche, visuelle Metamorphose von außergewöhnlichen Körpern entstehen. Die charakteristischen »kopflosen« Posen verbergen die Gesichter der Performer und verleihen ihnen Anonymität, gleichzeitig deuten sie die Existenz einer nicht-menschlichen Entität an. Der Konflikt zwischen Körper und Geist wird im Tanz aufgegriffen. Die Weltsicht, die dieser skulpturale Tanz zeichnet, geht über das Genre der darstellenden Kunst hinaus.

»[…] Ich bin mir nicht sicher, wohin Vessel mich geführt hat, aber es ist definitiv ein Ort, an dem ich noch nie zuvor gewesen bin.« (Jay Hanna, PerthNow)

 

Mit Unterstützung der Caisse des Dépôts und des Performing Arts Japan Programme for Europe (Japan Foundation).

Israel Galván Company Spanien
Seises ÖEA

Samstag, 18. März 2023 // 20:00 Uhr, Festspielhaus Bregenz

 

Choreografie und Tanz: Israel Galván
Live am Cembalo und Klavier: Daria van den Bercken // Gerard Bouwhuis
Performers: Helena Astolfi // Ramón Martinez
Visual Design: Carlos Marquerie
Sound: Pedro León
Kostüme: Micol Notarianni
Produktion 2022
Spieldauer 110 min

Er gilt als einer der bedeutendsten, zeitgenössischen Flamencotänzer, seine Tanzkunst wird auch als Avantgarde-Flamenco bezeichnet: Israel Galván. Es sind seine gewagten Choreografien sowie komplizierten und teils explosiven Fußbewegungen, die immer wieder durch Momente der Stille unterbrochen werden. Jede seiner Kreationen strebt nach einem Tanz, der sich von bestimmten Merkmalen des kategorisierten Flamencos befreien will. »Für seine Fähigkeit, in einer Kunst wie dem Flamenco eine neue Kreation zu schaffen, ohne dabei seine unverkennbaren Wurzeln zu vergessen« wurde Galván in Spanien mit dem Premio Nacional de Danza ausgezeichnet. Mit Seises hat er ein choreografisches Tanz-Solo geschaffen, das von den ungebrochenen Stimmen eines Kinderchors getragen wird. Dabei greift Galván für seine Inszenierung auf eine andalusische Tradition mit religiösen Wurzeln zurück: Seises basiert auf dem sogenannten »Baile de los Seises«, einem Tanz, dessen Schauplatz die Kathedrale von Sevilla – als größte gotische Kathedrale Spaniens und eines der wichtigsten Gebäude der andalusischen Hauptstadt – ist. Der Seises wird ursprünglich von sechs (Spanisch seis) Kindern – heute sind es zehn – in traditioneller Kleidung des 16. Jahrhunderts zu drei Anlässen im Jahr aufgeführt.

In Zusammenarbeit mit INAEM.

Richard Siegal // Ballet of Difference am Schauspiel Köln Deutschland
XERROX VOL. 2 ÖEA

Samstag, 1. April 2023 // 20:00 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Choreografie: Richard Siegal
Bühne: Richard Siegal
Musik: Alva Noto (alias Carsten Nicolai)
Licht und Video: Matthias Singer
Kostüme: Flora Miranda
Dramaturgie: Tobias Staab
Produktion: 2022
Spieldauer: 66 min

Er schafft Extreme von Licht und Schatten, Geräusch und Stille, bewegte Objekte und Tanz, die das Ballettsystem auf ganz besondere Weise entgrenzen und vorantreiben. Der amerikanische Tänzer und Choreograf Richard Siegal versucht, dem zeitgenössischen Tanz ein neues Gesicht zu geben. Was ist Ballett? Oder besser: Was kann Ballett sein? »Richard Siegal ist ein Choreograf, der sich immer wieder neu erfindet […]. Wie in XERROX VOL. 2 […] Grandios choreografiert, grandios gut getanzt vom Ballet of Difference.« (Kölner Stadt-Anzeiger) Für seine erste abendfüllende Ballett-Choreografie nach mehr als zwei Jahren Leben mit der Pandemie widmet sich Siegal dem Komponisten Alva Noto (alias Carsten Nicolai). Im Fokus der Produktion steht der zweite Teil seiner Komposition Opus Magnum XERROX: elektronisch, gigantisch, visionär – eine Musik, die verführt und irritiert, bewegt und überwältigt. Siegals Choreografie besticht durch jene extreme, fast übermenschliche Körperlichkeit, für die sein Ensemble weltweit bekannt geworden ist. Für die bildgewaltige Inszenierung arbeitet Siegal mit dem Lichtkünstler Matthias Singer zusammen, der für seine kunstvollen Lichträume bekannt ist.

Eine Produktion von Schauspiel Köln und Tanz Köln. Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat, durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und die Kunststiftung NRW. Eine Koproduktion mit dem Muffatwerk München.

HINWEIS: Bitte beachten Sie, dass während der Aufführung Stroboskopeffekte zum Einsatz kommen. Bei bestimmten Blitzfrequenzen können unter Umständen epileptische Anfälle ausgelöst werden.

Emanuel Gat Dance Frankreich
LOVETRAIN2020 ÖEA

Samstag, 15. April 2023 // 20:00 Uhr, Festspielhaus Bregenz


Choreografie: Emanuel Gat
Musik: Tears for Fears
Licht: Emanuel Gat
Kostüme: Thomas Bradley // Wim Muyllaert
Inszenierung: Emanuel Gat Dance // Marjorie Carré // Antonia Auday
Produktion: 2020
Spieldauer: 60 min

In Frankreich als beste Tanzperformance der Saison 20/21 ausgezeichnet. Von The New York Times als laut, fröhlich und lebendig, als ein Fest des Lebens bezeichnet, als ausgelassen und doch streng inszeniert entfaltet sich das zeitgenössische Musical in einem Raum, in dem Bewegung und Klang ineinandergreifen: »Gat verbindet gestische Details mit groß angelegten Bewegungen, die manchmal gegen den Rhythmus der Musik arbeiten, manchmal mit ihm, häufig in Stille. Dieser exzentrische körperliche Dialog mit der Musik […] ist berauschend.« Einmal mehr möchte der israelische Choreograf Emanuel Gat mit einer seiner Produktionen die offensichtlichen Ebenen aus einem anderen Blickwinkel enthüllen, in denen Menschen zusammenkommen, wieder auseinanderdriften, hinterfragen, sich zurückziehen oder vorwärtsbewegen. Mit dem Sound des britischen Duos Tears for Fears und ihrem utopischen Drive und epischen Groove ist die Produktion mit 14 Tänzer:innen eine choreografische Ode an die Vibrations der 80er Jahre. Gat setzt in LOVETRAIN2020 seine langjährige Erkundung der Berührungspunkte zwischen Choreografie und Musik, dem Visuellen und Auditiven sowie der Potenziale, die sie für die Beobachtung, das Studium und das Erzählen von Geschichten bieten, fort.

Emanuel Gat Dance wird unterstützt vom Ministère de la Culture et de la Communication, DRAC Provence Alpes-Côte d'Azur, Region Sud – Provence-Alpes-Côte d'Azur und vom Conseil Départemental des Bouches du Rhône. Für die internationalen Tourneen von LOVETRAIN2020 wird die Compagnie vom Institut français unterstützt.

Akram Khan Company Großbritannien
Jungle Book reimagined

Freitag, 5. Mai 2023 // 20:00 Uhr, Festspielhaus Bregenz


Choreografie: Akram Khan (MBE)
Originalmusik: Jocelyn Pook
Sounddesign: Gareth Fry
Regie: Tariq Jordan
Licht: Michael Hulls
Bühne: Miriam Buether
Dramaturgie: Sharon Clark
Videodesign: YeastCulture
Produktion: 2022
Spieldauer: 130 min, Pause

Das Dschungelbuch – eine fesselnde und lebendige Geschichte von Rudyard Kipling – aus einem Gefühl der existenziellen Notwendigkeit heraus neu interpretiert hat der britische Tänzer und Choreograf Akram Khan, einer der angesehensten Tanzkünstler der Gegenwart. »Wir leben in nie dagewesenen und unsicheren Zeiten, nicht nur für uns Menschen, sondern für alle Lebewesen auf diesem Planeten. Wir alle bewohnen ihn, wir alle nehmen von ihm – aber wir Menschen haben vergessen, ihm unseren Respekt zu erweisen.« In den Wurzeln des Dschungelbuchs steckt die tiefe Bedrohung, die der Mensch für die Natur darstellt. Seine Leidenschaft, alte und neue Mythen im Kontext unserer Zeit aufzuarbeiten, beschreibt Khan selbst nach mehr als zwei Jahrzehnten als ungebrochen. Sein Erfolg beruht auf fantasievollen, leicht zugänglichen, aber relevanten Produktionen, darunter auch Jungle Book reimagined. Akram Khan und sein Kreativteam haben die Reise von Mowgli neu erfunden: Da ist das kleine Mädchen, das auf der Flucht vor einer Naturkatastrophe von seiner Familie getrennt wird, in einer von den Menschen verlassenen Stadt landet, in der die Tiere das Sagen haben. Es entstehen ungewöhnliche Allianzen, da sie allesamt in einer Welt gefangen sind, die von den Auswirkungen des Klimawandels verwüstet wird. In Kombination mit der Originalmusik, modernsten Animationen und visuellen Effekten ist ein wunderschönes Tanztheater entstanden. Ein Stück für Zuschauer:innen aller Altersklassen, ab 10 Jahren.

Mit Unterstützung von Garfield Weston Foundation, Genesis Foundation and Angela Bernstein CBE.
Die Akram Khan Company wird unterstützt von Arts Council England.

aktionstheater ensemble Österreich
Morbus Hysteria – Wir haben alle recht UA

Premiere Donnerstag, 15. Juni 2023

Weitere Termine: 16. // 17. und 18. Juni 2023

Jeweils 20:00 Uhr, Theater KOSMOS in Bregenz

 

Inszenierung: Martin Gruber
Text: Martin Gruber und Ensemble
Dramaturgie: Martin Ojster
Kooperation mit: WERK X, Wien
Premiere: 2023
Spieldauer: 60 min

»Näher an der Gegenwart kann Theater nicht sein!« (nachtkritik.de) Gegründet 1989, ist das aktionstheater heute zwischen Wien und Vorarlberg unterwegs und zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Theatern Österreichs. »Stücke des Ensembles zu erfahren, ist immer auch eine Rückkehr zum ältesten Drama der Menschheit: man selbst zu sein und gleichzeitig durch die anderen mitbestimmt zu werden – eine Aporie des Empfindens.« (aktionstheater ensemble) Die Uraufführung Morbus Hysteria – Wir haben alle recht, in Koproduktion mit dem Bregenzer Frühling sowie in Kooperation mit WERK X, stellt sich erneut gesellschaftspolitischen Verschiebungen: »Da sind die einen, die sich etwa den alten Nationalstaat herbeisehnen. Den anderen können die Internationalisierung und das progressive Fortkommen unserer Gesellschaft nicht schnell genug gehen. Was uns guttut, meint die eine wie der andere genau zu wissen. […] Meinst du dasselbe wie ich, wenn ich das Gleiche sage? Eine Armada von Philosoph:innen hat sich bereits an dieser Frage abgearbeitet. Und das Ensemble des aktionstheater hat auch keine Lösung. Vielmehr erhitzen sich die Argumentationsspiralen auf das Äußerste. Angetrieben von der Musik sehen wir zu, wie die Sprache – wieder einmal – versagt. Im Fortgang eines infernalischen Text-, Musik- und Bilderreigens scheinen die Grenzen zwischen dem Wir und Sie und dem Ich und Du zu verschwinden.« (aktionstheater ensemble)

 

 

 

ÖEA  Österreichische Erstaufführung
UA    Uraufführung